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Maschinen-Atlas

Werkzeug, Landtechnik, Baumaschinen

Kap. 2Baumaschinen & Miete

Radlader mieten: Was kostet er und wer darf fahren?

Tagespreise von 0,4 bis 5 m³ Schaufelinhalt, was Haftungsbegrenzung und Transport kosten und warum für die meisten Mietlader der Pkw-Führerschein reicht. Mit Preistabelle, Rechenbeispiel und Führerscheinübersicht.

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Gelber Radlader mit abgesenkter Schaufel steht auf einem Lagerplatz neben einem Haufen dunklem Schüttgut, dahinter kahle Bäume
Foto: 652234 / Pixabay, Pixabay-Inhaltslizenz

Das Wichtigste

  1. Ein kompakter Radlader bis 0,4 m³ Schaufel kostet im Mietpark rund 130 € netto pro Arbeitstag, ein 5-t-Lader 140 bis 170 €.
  2. Haftungsbegrenzung, Transport und Kraftstoff kommen dazu.
  3. Die meisten Mietlader fahren höchstens 20 km/h, dafür reicht auf der Straße der Pkw-Führerschein.

Wer einen Radlader mieten will, zahlt für einen kompakten Lader mit bis zu 0,4 m³ Schaufel rund 130 € netto pro Arbeitstag, für einen 5-t-Lader mit 0,85 m³ rund 140 € und für Großgeräte mit 5 m³ bis zu 450 € (Mietpreisliste Böhrer Baumaschinen, Stand 10/2026). Ab dem fünften Tag sinkt der Tagessatz um 10 bis 15 %, Haftungsbegrenzung und Transport kommen extra.

Auf nicht öffentlichem Privatgelände verlangt die Fahrerlaubnis-Verordnung keinen Führerschein. Auf der Straße reicht für die meisten Mietlader die Klasse B, weil sie ab Werk höchstens 20 km/h fahren. Über 25 km/h entscheidet das Gewicht: bis 3,5 t Klasse B, darüber C1 oder C.

Bevor die Schaufel sich bewegt

Radlader überrollen und quetschen. Die BG BAU nennt in ihrem Baustein B 182 die beiden Hauptgefahren: Personen im Fahrbereich und das Umkippen der Maschine. Wer mit der Maschine arbeitet, hält deshalb niemanden im Fahrbereich, tritt nie unter die angehobene Schaufel und fährt mit der Schaufel knapp über dem Boden. Der Sicherheitsgurt wird angelegt, mitfahren darf nur, wer auf einem Sitz Platz hat. Zu Freileitungen bleibt Abstand, zu Böschungs- und Grubenkanten ebenso.

Welche Größe für welche Arbeit?

Radlader werden im Mietpark nach Schaufelinhalt eingeteilt. Für die Auswahl zählen zwei weitere Werte: das Betriebsgewicht (Transport, Bodenbelastung) und die Kipplast, also das Gewicht, bei dem die Maschine nach vorn kippt. Die folgende Tabelle zeigt Herstellerwerte der Kramer-Baureihe, die auch in vielen Mietparks steht.

ModellBetriebsgewichtSchaufelKipplast SchaufelNutzlast GabelTypischer Einsatz
Kramer 50351.700 bis 2.200 kg0,35 m³1.200 kg750 kgGarten, Hof, Paletten bis 750 kg
Kramer 5065e (elektrisch)3.855 bis 4.160 kg0,65 m³2.800 kg1.750 kgHallen, Innenhöfe, Wohngebiet
Kramer 50854.610 bis 4.693 kg0,85 m³3.700 kg2.250 kgPflasterbau, Schüttgut, Baustelle
Kramer 81155.950 bis 6.600 kg1,15 m³4.250 kg2.900 kgErdbau, Lkw beladen
Kramer 818011.050 bis 11.220 kg1,80 m³6.900 kg4.800 kgRecycling, Kieswerk, Großbaustelle

Die Werte stehen in den technischen Daten auf der Herstellerseite von Kramer (Stand 10/2026). Alle fünf Modelle fahren in der Grundausstattung 0 bis 20 km/h, der 5085 gegen Aufpreis 30 km/h, der 8115 und der 8180 bis 40 km/h.

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Mediadaten

Für Paletten zählt die Nutzlast, nicht die Kipplast. Kramer gibt sie mit dem Standsicherheitsfaktor 1,25 an, das sind 80 % der Kipplast mit Palettengabel. Beim 5085 heißt das: 2.800 kg Kipplast mit Gabel × 0,8 = 2.240 kg, Kramer nennt gerundet 2.250 kg. Eine Palette Pflastersteine mit gut einer Tonne schafft also schon die 5-t-Klasse sicher, der kleine 5035 dagegen nicht.

Was kostet ein Radlader zur Miete?

Die meisten Vermieter rechnen pro Arbeitstag. Bei BVA Ingolf Müller in Thüringen ist der 8-Stunden-Tag die Berechnungsgrundlage. Die Tabelle zeigt die Preisliste von Böhrer Baumaschinen (Erlensee, Hessen) als Beispiel eines Mietparks mit vollständigem Größenangebot.

Schaufelinhaltbis 4 Tageab 5 Tageab 20 TageSelbstbehalt je Schaden
bis 0,4 m³ (z. B. Kramer 5035)130 €110 €90 €2.000 €
bis 0,85 m³ (z. B. Kramer 5085)140 €120 €100 €2.000 €
bis 1,1 m³150 €130 €110 €3.500 €
bis 1,3 m³ (z. B. Kramer 8115)170 €150 €130 €3.500 €
bis 1,8 m³ (z. B. Kramer 8180)205 €185 €165 €3.500 €
bis 2,7 m³295 €265 €205 €5.500 €
bis 5,0 m³450 €400 €350 €10.000 €

Alle Preise netto pro Arbeitstag, Stand 10/2026. Dazu kommt die Haftungsbegrenzung mit 10 % des Tagesmietpreises pro Kalendertag. Schaufel und Palettengabel sind bis 1,8 m³ im Preis enthalten.

Andere Mietparks liegen teils deutlich darüber. Ertl + Tegtmeyer in Bergkirchen bei München verlangt für einen 1,7-t-Lader 160 € für einen einzelnen Arbeitstag, ab vier Tagen 96 €, und für 0,6 m³ Schaufel 240 € am ersten Tag. Die Maschinenbruchversicherung kostet dort 9 % vom Mietwert. BVA in Windischleuba bei Altenburg nimmt für einen 4,5-t-Lader mit 0,6 m³ 130 €, Wall Baumaschinen für einen 4,6-t-Lader 170 € netto. Ein Anruf bei zwei oder drei Mietparks in der Nähe lohnt sich. Nicht jeder vermietet an Privatleute: Böhrer etwa vermietet laut eigener Angabe nur an Unternehmen, Gewerbetreibende und Behörden.

Ein Detail aus der Böhrer-Liste: Vier Tage mit dem 0,85-m³-Lader kosten 4 × 140 € = 560 €, fünf Tage zum Staffelpreis 5 × 120 € = 600 €. Der fünfte Tag kostet also nur 40 €. Wer knapp kalkuliert, plant lieber einen Puffertag ein, als am Ende gegen die Uhr zu schaufeln.

Rechenbeispiel: drei Tage Hofeinfahrt

Für eine neue Pflastereinfahrt sollen 3 Tage lang Schotter und Splitt bewegt und Paletten gesetzt werden. Gewählt wird ein 4,5-t-Lader mit 0,6 m³ Schaufel aus der Preisliste von BVA (Stand 10/2026). Der Vermieter nennt 85 € Transport bis 20 km, hier angenommen je Fahrt.

PostenRechnungBetrag
Miete3 Arbeitstage × 130 €390,00 €
Versicherung3 Kalendertage × 7 €21,00 €
Anlieferung und Abholung2 Fahrten × 85 €170,00 €
Summe netto390 € + 21 € + 170 €581,00 €
Summe brutto581 € × 1,19691,39 €

Kraftstoff, Reinigung und Mehrstunden sind nicht enthalten. BVA berechnet für ungereinigte Rückgaben 78 € pro Stunde. Wer über das Wochenende mietet, zahlt dort für Freitag 15 Uhr bis Montag 7 Uhr einen Miettag mit 10 Betriebsstunden plus Versicherung.

Wer darf einen Radlader fahren?

Zwei Regelwerke greifen hier ineinander. Die Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) regelt nur das Fahren auf öffentlichen Straßen. Auf der Baustelle und im Betrieb gelten die Vorgaben der Unfallversicherung.

Auf öffentlichen Straßen

Ein Radlader ist rechtlich eine selbstfahrende Arbeitsmaschine. Welche Fahrerlaubnis nötig ist, hängt von der bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit ab, oberhalb von 25 km/h auch von der zulässigen Gesamtmasse.

Bauartbedingte GeschwindigkeitFahrerlaubnisKennzeichen und VersicherungRechtsgrundlage
bis 6 km/hkeinekein Kennzeichen, Halterangabe links§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 FeV
bis 20 km/hKlasse L (in B und T enthalten)kein Kennzeichen, Halterangabe links, keine Versicherungspflicht§ 6 FeV, § 4 Abs. 4 FZV, § 2a PflVG
21 bis 25 km/hKlasse L (in B und T enthalten)Kennzeichen und Kfz-Haftpflicht§ 6 FeV, § 4 Abs. 2 FZV
über 25 km/h, bis 3,5 tKlasse BKennzeichen und Kfz-Haftpflicht§ 6 FeV
über 25 km/h, 3,5 bis 7,5 tKlasse C1Kennzeichen und Kfz-Haftpflicht§ 6 FeV
über 25 km/h, über 7,5 tKlasse CKennzeichen und Kfz-Haftpflicht§ 6 FeV

Nach § 6 Abs. 3 FeV schließt die Klasse B die Klasse L ein. Für den typischen Mietlader mit 20 km/h genügt also der normale Pkw-Führerschein. Die Klasse T gilt nur für Maschinen, die für land- oder forstwirtschaftliche Zwecke gebaut sind und dafür eingesetzt werden, auf der Baustelle hilft sie nicht weiter. Vorsicht bei Mietladern mit Speed-Option: Ein Kramer 5085 mit 30 km/h und rund 4,7 t braucht auf der Straße mindestens die Klasse C1.

Selbstfahrende Arbeitsmaschinen sind nach § 3 Abs. 3 FZV zulassungsfrei, über 20 km/h brauchen sie aber ein Kennzeichen (§ 4 Abs. 2 FZV). Auch ohne Zulassung muss der Lader einem genehmigten Typ entsprechen. Bis 20 km/h muss der Halter Namen und Wohnort oder Firma und Sitz dauerhaft auf der linken Seite anbringen. Wer damit fährt, führt die Übereinstimmungsbescheinigung, die Datenbestätigung oder die Einzelgenehmigung mit (§ 4 Abs. 5 FZV). Bei Mietgeräten liegen diese Papiere beim Vermieter, sie gehören vor der ersten Straßenfahrt in die Kabine.

Wer Erde oder Schlamm auf die Fahrbahn trägt und dadurch den Verkehr gefährden kann, muss sie nach § 32 StVO unverzüglich beseitigen und bis dahin kenntlich machen.

Auf der Baustelle und im Betrieb

Einen amtlichen „Radladerschein“ gibt es nicht. Betriebe dürfen mit dem selbstständigen Fahren aber nur Beschäftigte beauftragen, die mindestens 18 Jahre alt, körperlich und geistig geeignet, qualifiziert und unterwiesen sind und ihre Befähigung nachgewiesen haben (DGUV Grundsatz 301-005). Die Beauftragung soll schriftlich erfolgen. Als Erfahrungswert für die Ausbildung nennt der Grundsatz je nach Vorkenntnissen etwa 6 bis 40 Lehreinheiten Theorie und 10 bis 50 Lehreinheiten Praxis je Maschinenart. Jugendliche unter 18 dürfen nur im Rahmen der Berufsausbildung unter Aufsicht fahren.

Für Privatleute auf dem eigenen Grundstück gelten diese Vorgaben der Unfallversicherung nicht unmittelbar, das Risiko ist aber dasselbe. Ein Einweisungstermin beim Vermieter vor der ersten Fahrt kostet wenig Zeit. Die Mietbedingungen regeln oft zusätzlich, wer die Maschine bedienen darf.

Transport: Anhänger oder Anlieferung?

Kramer beschreibt den 5035 als auf einem Pkw-Anhänger transportierbar. Beim Führerschein wird es trotzdem eng. Die Klasse B erlaubt eine Kombination aus Zugfahrzeug und Anhänger mit höchstens 3.500 kg zulässiger Gesamtmasse (§ 6 FeV). Rechnung mit einem Zugfahrzeug von 2.400 kg zulässiger Gesamtmasse und einem Maschinenanhänger mit 3.000 kg: 2.400 kg + 3.000 kg = 5.400 kg. Das liegt weit über 3.500 kg, nötig ist die Klasse BE.

Ob Zugfahrzeug und Anhänger die bis zu 2.200 kg des Laders überhaupt tragen und ziehen dürfen, steht in den Fahrzeugpapieren. Ab der 4-t-Klasse bleibt praktisch nur die Anlieferung per Lkw, bei BVA kostet sie bis 20 km Entfernung 85 €.

Lärm und Uhrzeiten im Wohngebiet

Lader stehen im Anhang der Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung (32. BImSchV, Nr. 37). In Wohngebieten dürfen sie nach § 7 an Sonn- und Feiertagen ganztägig und werktags von 20 bis 7 Uhr nicht im Freien betrieben werden. Ein Samstagseinsatz ist also erlaubt, solange er vor 20 Uhr endet. Landesrecht und Gemeindesatzungen können strenger sein. Für Innenhöfe und enge Wohnstraßen kommen Elektrolader wie der Kramer 5065e in Frage.

Mieten oder kaufen?

Für Einsätze von wenigen Tagen oder Wochen im Jahr ist die Miete fast immer günstiger. Ein Beispiel aus dem Gebrauchtmarkt: Baumaschinen Weidinger in Haidmühle bot im Oktober 2026 einen Radlader Yanmar V 80, Baujahr 2019, mit rund 2.040 Betriebsstunden für 30.500 € netto an. Zum Langzeit-Mietpreis von 100 € pro Arbeitstag für die 0,85-m³-Klasse entspricht das 30.500 € ÷ 100 € = 305 Miettagen.

Die Rechnung ist grob: Beim Kauf bleibt ein Restwert, dafür kommen Wartung, Reparaturen, Versicherung und Abstellplatz dazu. Eigene Lader müssen nach BG BAU vor der ersten Inbetriebnahme und mindestens einmal jährlich von einer befähigten Person geprüft werden. Wer die Maschine nur für Hof, Garten oder Brennholz braucht, kommt auf 305 Einsatztage selten. Betriebe mit regelmäßigem Ladebedarf über mehrere Monate pro Jahr sollten den Kauf durchrechnen.

Checkliste vor der Abholung

  • Schaufelinhalt und Nutzlast zum Material passend wählen, Palettengewicht vorher klären.
  • Durchfahrtsbreite und -höhe am Einsatzort messen.
  • Höchstgeschwindigkeit des Mietgeräts erfragen, bei mehr als 20 km/h Kennzeichen und Führerscheinklasse prüfen.
  • Selbstbehalt und Kosten der Haftungsbegrenzung schriftlich geben lassen.
  • Klären, wer für Schäden an Dritten haftet, wenn das Gerät keine Kfz-Haftpflicht hat.
  • Betriebsstunden pro Arbeitstag und Preis für Mehrstunden notieren.
  • Tankstand und vorhandene Schäden bei Übergabe mit Fotos festhalten.
  • Papiere für Straßenfahrten mitnehmen lassen.

Häufige Fragen

Was kostet ein kleiner Radlader am Tag?

Ein Kompaktlader bis 0,4 m³ Schaufel kostet bei Böhrer 130 € netto pro Arbeitstag, ab 5 Tagen 110 € (Stand 10/2026). Dazu kommen 10 % für die Haftungsbegrenzung pro Kalendertag. Das Rechenbeispiel oben kommt für drei Tage mit Transport auf knapp 700 € brutto.

Kann man einen Radlader mit 20 km/h ohne Führerschein fahren?

Auf öffentlichen Straßen nicht. Ohne Fahrerlaubnis sind dort nur Arbeitsmaschinen bis 6 km/h erlaubt. Für 20 km/h ist die Klasse L nötig, die in der Klasse B enthalten ist. Auf nicht öffentlichem Privatgelände verlangt die FeV keine Fahrerlaubnis.

Ist ein Radlader versicherungspflichtig?

Ein zulassungsfreier Radlader bis 20 km/h ist nach § 2a PflVG von der Kfz-Haftpflicht ausgenommen. Schnellere Maschinen brauchen Kennzeichen und Versicherung. Die Haftungsbegrenzung des Vermieters deckt Schäden an der Mietmaschine, nicht die an Dritten.

Was ist der Unterschied zwischen Radlader und Hoflader?

Ein Hoflader ist ein besonders kompakter Radlader mit niedriger Bauhöhe für Ställe, Scheunen und enge Höfe. Technisch und rechtlich gilt für ihn dasselbe wie für jeden Radlader.

Fazit

Für Garten, Hof und Pflasterarbeiten reicht meist ein Lader der 2-t- oder 5-t-Klasse für 130 bis 170 € netto pro Arbeitstag. Ab fünf Tagen sinkt der Tagessatz deutlich, ein Puffertag kostet oft kaum mehr. Mit 20 km/h genügt auf der Straße der Pkw-Führerschein, beim Anhängertransport meist nicht. Vor der Unterschrift Selbstbehalt, Mehrstunden und Transport vergleichen: Dort liegen die eigentlichen Unterschiede zwischen den Angeboten.

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