
Das Wichtigste
- Ein Inverter-Stromerzeuger mit 3.200 W Dauerleistung wiegt laut Hersteller 33 kg, ein klassisches Rahmengerät gleicher Leistung 68 kg, und er ist 4 dB leiser.
- Für Laptops, Router und Heizungsregelung ist er die sichere Wahl.
- Ins Hausnetz darf ein Aggregat nur über einen vom Elektrofachbetrieb eingebauten Umschalter.
Ein Inverter-Stromerzeuger erzeugt die 230 Volt elektronisch und regelt dabei die Motordrehzahl nach Last. Bei gleicher Dauerleistung von 3.200 W wiegt der Inverter Güde ISG 3200-2 laut Hersteller 33 kg bei 92 dB(A) Schallleistung, das klassische Rahmengerät Honda EG3600 68 kg bei 96 dB(A). Das klassische Aggregat gewinnt beim Preis pro Watt und bei der Laufzeit pro Tankfüllung.
Welches Gerät passt, hängt weniger von der Frage „Inverter ja oder nein“ ab als von drei Dingen: was angeschlossen wird, wie lange es laufen muss und ob es nur Geräte an der Steckdose versorgt oder ins Hausnetz soll. Am letzten Punkt hängt, ob ein Elektrofachbetrieb ins Spiel kommt.
Vorab zur Sicherheit: Stromerzeuger mit Verbrennungsmotor gehören ins Freie. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) nennt eine Kohlenmonoxidvergiftung in seinem Ratgeber Notfallvorsorge lebensgefährlich und empfiehlt geprüfte CO-Melder. Garage, Keller und Gartenhaus sind kein Aufstellort, auch nicht bei offenem Tor. Und ein Aggregat wird nie über ein Kabel „rückwärts“ in eine Haussteckdose gesteckt.
Wie arbeitet ein klassisches Aggregat, wie ein Inverter?
Beim klassischen Stromerzeuger treibt der Motor einen Generator direkt an. Die Frequenz hängt an der Drehzahl: Ein zweipoliger Generator liefert 50 Hz nur bei 3.000 Umdrehungen pro Minute (3.000 ÷ 60 = 50). Der Motor läuft also immer mit dieser Drehzahl, egal ob gerade eine Lampe oder eine Kreissäge dranhängt. Ein Spannungsregler (AVR, Automatic Voltage Regulation) hält die Spannung in Grenzen, die Kurvenform bleibt aber vom Generator abhängig.
Der Inverter geht einen Umweg. Der Generator erzeugt zunächst Wechselstrom mit beliebiger Frequenz, der wird gleichgerichtet und von einem Wechselrichter wieder in 230 Volt mit 50 Hz umgewandelt. Weil die Frequenz jetzt elektronisch entsteht, darf der Motor langsamer drehen, wenn wenig Leistung gebraucht wird. Honda nennt das bei seinen Geräten „Ökoschaltung“: Die Drehzahl wird automatisch an den Verbraucher angepasst.
Datenblätter im Vergleich
Die Tabelle stellt je zwei Geräte eines Herstellers gegenüber, einmal im Premium-, einmal im Einstiegssegment. Alle Werte stammen aus den Produktseiten von Honda und Güde, Preise sind Listenpreise inklusive Mehrwertsteuer (Stand 10/2026).
| Modell | Bauart | Dauer / max. | Gewicht | Schallleistung | Preis |
|---|---|---|---|---|---|
| Honda EU22i | Inverter | 1.800 / 2.200 W | 21,1 kg | 89 dB(A) | 1.899 € |
| Honda EG3600 | klassisch, Digital-AVR | 3.200 / 3.600 W | 68 kg | 96 dB(A) | 1.829 € |
| Güde ISG 3200-2 | Inverter | 3.200 / 3.500 W | 33 kg | 92 dB(A) | 599 € |
| Güde GSE 3701 RS | klassisch, AVR | 2.500 / 2.800 W | 45,3 kg | 97 dB(A) | 295 € |
Bei den Laufzeiten dreht sich das Bild um. Der EU22i schafft mit 3,6 Litern im Tank 3,5 Stunden bei Dauerleistung, das EG3600 mit 24 Litern 11,9 Stunden. Güde gibt für den Inverter ISG 3200-2 mit 7,8 Litern 4 Stunden bei Volllast an, für das klassische GSE 3701 RS mit 15 Litern 12 Stunden. Klassische Rahmengeräte haben einfach mehr Platz für einen großen Tank.
Was ein paar Dezibel bedeuten, zeigt eine kurze Rechnung. Schallleistungspegel sind logarithmisch, 10 dB entsprechen der zehnfachen Schallleistung, 3 dB ungefähr der doppelten. Zwischen EG3600 (96 dB) und ISG 3200-2 (92 dB) liegen 4 dB, also etwa das 2,5-Fache (10 hoch 0,4). Zwischen EG3600 und dem kleineren EU22i (89 dB) liegen 7 dB, rund das Fünffache. Beim Schalldruck am Arbeitsplatz nennt Honda 79 dB(A) für das EG3600 und 71 dB(A) für den EU22i.
Welche Geräte vertragen ein klassisches Aggregat nicht?
Güde schreibt selbst zu seinem klassischen GSE 3701 RS, dass damit keine elektronisch empfindlichen Verbraucher „wie beispielsweise Laptops, Smartphones oder Musikanlagen“ betrieben werden dürfen. Für die Inverter-Modelle derselben Marke fehlt diese Einschränkung. Honda bewirbt seine EU-Inverter ausdrücklich für empfindliche Geräte wie Computer und Fernseher.
Die Gründe liegen in der Spannungsqualität. Ein klassischer Generator reagiert auf plötzliche Laständerungen mit Spannungs- und Frequenzeinbrüchen, bis der Motorregler nachgezogen hat. Elektronische Netzteile, Ladegeräte, Heizungssteuerungen und Hocheffizienzpumpen mit Elektronik vertragen das unterschiedlich gut. Wer solche Geräte versorgen will, nimmt einen Inverter oder ein Aggregat, für das der Hersteller die Eignung ausdrücklich bestätigt.
Umgekehrt gibt es Lasten, bei denen auch ein Inverter an Grenzen kommt. Die DGUV Information 203-032 (Auswahl und Betrieb von Stromerzeugern auf Bau- und Montagestellen) weist darauf hin, dass Geräte mit Frequenzumrichter und selbst viele LED-Leuchten wegen ihrer nicht sinusförmigen Stromaufnahme einen Generator stärker belasten, als ihre Watt-Angabe vermuten lässt. Ein herkömmlicher Frequenzumrichter sollte den Generator demnach höchstens zu 50 % auslasten.
Wie viel Leistung wird gebraucht?
Die Watt-Angabe auf dem Typenschild reicht für die Auswahl nicht, denn Motoren ziehen beim Anlaufen ein Vielfaches ihres Betriebsstroms. Die DGUV nennt in Anhang 6 der Information 203-032 diese Richtwerte:
- direkt anlaufende Elektromotoren: 5- bis 7-facher Nennstrom
- Stern-Dreieck-Anlauf: 2- bis 3,5-facher Nennstrom
- elektronischer Sanftanlauf: 3-facher Nennstrom
- Frequenzumrichter: 1- bis 1,5-facher Nennstrom
Kühlschrank, Gefriertruhe, Kompressor und Tauchpumpe gehören meist in die erste Gruppe. Lastsprünge beim Einschalten sollten laut DGUV 50 bis 60 % der Generator-Nennleistung nicht übersteigen.
Rechenbeispiel: Notstrom für das Nötigste
Ein Haushalt will bei einem Stromausfall Kühl-Gefrierkombination, LED-Licht, Router und Laptop weiterbetreiben. Die Leistungswerte sind Beispielwerte, für die eigene Rechnung gehören die Angaben von den Typenschildern hinein.
| Verbraucher | Betrieb | Anlauf |
|---|---|---|
| Kühl-Gefrierkombination | 150 W | bis 1.050 W (7-fach) |
| LED-Beleuchtung | 60 W | 60 W |
| Router und Laptop | 80 W | 80 W |
| Summe | 290 W | bis 1.190 W |
Im Betrieb reichen 290 W, beim Anspringen des Kompressors können kurz rund 1.190 W anliegen (140 W laufen weiter, dazu 1.050 W Anlauf). Setzt man den Lastsprung von 1.050 W mit der DGUV-Faustregel von 50 bis 60 % der Nennleistung an, ergeben sich etwa 1.750 bis 2.100 W. Der EU22i mit 1.800 W Dauerleistung liegt damit am unteren Rand und passt knapp, ein Gerät mit rund 2,5 bis 3 kW hätte Reserve.
Jetzt der Gegencheck auf Unterlast. Die DGUV empfiehlt, Generatoren mit Verbrennungsmotor mit mindestens 30 bis 50 % der Nennleistung zu betreiben und Leerlauf auf 15 Minuten zu begrenzen, weil längerer Unterlastbetrieb den Motor schädigen kann. 290 W sind bei 1.800 W Dauerleistung gut 16 %, an einem klassischen 3,2-kW-Gerät nur 9 %. Hier liegt der eigentliche Vorteil des Inverters im Notstromfall: Er senkt die Drehzahl, statt stundenlang mit 3.000 Umdrehungen fast leer zu laufen. Ein klassisches Aggregat sollte nach Unterlastphasen laut DGUV wieder mit höherer Last laufen und mindestens einmal im Jahr mehrere Stunden mit voller Nennleistung.
Notstromaggregat fürs Haus: Steckdose oder Hausnetz?
Längere Stromausfälle sind in Deutschland selten. Die Bundesnetzagentur weist für 2024 eine durchschnittliche Unterbrechungsdauer von 11,7 Minuten je Letztverbraucher aus. Wer trotzdem vorsorgt, hat zwei Wege.
Der einfache Weg: Einzelne Geräte werden mit Verlängerungsleitungen direkt an die Steckdosen des Aggregats angeschlossen. Dafür braucht es keinen Elektriker, aber Sorgfalt. Die DGUV Information 203-032 beschreibt für Stromerzeuger der Ausführung „A“, dass ohne zusätzliche Schutzmaßnahme nur ein einzelnes Verbrauchsmittel angeschlossen werden darf. Sollen mehrere Geräte laufen, gehört vor jede weitere Steckdose ein Fehlerstromschutzschalter (RCD) mit 30 mA, eingebaut im Aggregat (Ausführung „B“) oder als ortsveränderlicher Schutzschalter beziehungsweise Verteiler mit RCD je Steckdose. Ein PRCD-S taugt dafür nicht, weil er sich an einem solchen Generator prinzipbedingt nicht einschalten lässt. Die Leitungen sollen möglichst kurz sein, die meisten Isolationsfehler entstehen laut DGUV an beschädigten Anschlussleitungen.
Der zweite Weg ist die Einspeisung ins Hausnetz, etwa damit die fest angeschlossene Heizung läuft. Dafür braucht es einen Netz-Notstrom-Umschalter, der das Haus allpolig vom öffentlichen Netz trennt, bevor das Aggregat einspeist. Ohne diese Trennung kann Spannung ins Netz zurückfließen, an dem Monteure gerade arbeiten. Rechtlich regelt das die Niederspannungsanschlussverordnung: Nach § 19 Abs. 3 NAV ist eine Eigenanlage vor der Errichtung dem Netzbetreiber mitzuteilen, und es muss sichergestellt sein, dass keine schädlichen Rückwirkungen ins Netz möglich sind. Arbeiten an der Hausinstallation dürfen nach § 13 Abs. 2 NAV nur Installationsunternehmen ausführen, die im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen sind. Welches Aggregat sich mit welchem Erdungssystem eignet, legt der Elektrofachbetrieb fest.
Wann darf ein Stromerzeuger laufen?
Stromerzeuger unter 400 kW stehen im Anhang der Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung (32. BImSchV, Nr. 45). Nach § 7 dürfen sie in reinen, allgemeinen und besonderen Wohngebieten sowie Kleinsiedlungsgebieten im Freien an Sonn- und Feiertagen ganztägig und werktags zwischen 20 und 7 Uhr nicht betrieben werden. Das gilt für den Gartenzaun-Einsatz und das Camping auf dem eigenen Grundstück genauso.
Für den Notfall gibt es eine Ausnahme. § 7 Abs. 2 erlaubt den Betrieb ohne behördliche Zulassung, wenn er zur Abwendung einer Gefahr für Mensch, Umwelt oder Sachgüter nötig ist, etwa wenn bei einem Stromausfall die Tauchpumpe im Keller laufen muss. Auf Verlangen ist die Behörde darüber zu unterrichten. Landesrechtliche Ruhezeiten bleiben unberührt.
Checkliste vor dem Kauf
- Verbraucher auflisten, Betriebs- und Anlaufleistung vom Typenschild notieren, Motoren mit 5- bis 7-fachem Anlauf rechnen.
- Laptop, Router, Heizungsregelung oder Ladegeräte dabei: Inverter wählen oder Herstellerfreigabe für Elektronik prüfen.
- Laufzeit pro Tankfüllung bei realer Last ansehen, der Wert bei 25 % Last allein sagt wenig.
- Steckdosen-Ausführung klären: Wie viele Geräte dürfen ohne zusätzlichen RCD gleichzeitig dran?
- Typenschild prüfen: Die DGUV verlangt unter anderem Nennleistung, Nennspannung, Nennstrom, Betriebsart und Schutzart (IP-Code) und empfiehlt Geräte mit GS-Zeichen.
- Gewicht ehrlich einschätzen: 21 kg trägt man in den Garten, 68 kg brauchen Räder oder zwei Personen.
- Für das Hausnetz: Umschalter und Anschluss vorab mit einem eingetragenen Elektrofachbetrieb planen, Netzbetreiber informieren.
- Aufstellort im Freien festlegen, mit Abstand zu Fenstern und Lüftungsöffnungen, CO-Melder im Haus.
Häufige Fragen
Was sind die Nachteile von Inverter-Stromerzeugern?
Der Preis pro Watt ist höher, und die Tanks sind kleiner. In der Tabelle oben kostet das klassische Güde-Gerät 295 Euro für 2.500 W Dauerleistung, der Güde-Inverter mit 3.200 W 599 Euro.
Wie lange darf ein Inverter-Stromerzeuger laufen?
Eine feste Grenze gibt es nicht, die Laufzeit ergibt sich aus Tank und Last. Der EU22i läuft bei Dauerleistung 3,5 Stunden mit einer Füllung. Nachgetankt wird nur bei abgestelltem Motor, die Bedienungsanleitung nennt die Wartungsintervalle für Ölwechsel nach Betriebsstunden.
Wie viel kW sollte ein Notstromaggregat für ein Haus haben?
Für Kühlgeräte, Licht und Kommunikation reicht oft die 2-kW-Klasse, wie das Rechenbeispiel zeigt, mit etwas Reserve eher 2,5 bis 3 kW. Sollen Heizung, Pumpen oder Herd mitlaufen, wird es mehr, und die Einbindung ins Hausnetz verlangt ohnehin die Planung durch einen Elektrofachbetrieb, der dann auch die Leistung ermittelt.
Ist ein Notstromaggregat meldepflichtig?
Ein mobiles Gerät, an dem nur einzelne Verbraucher per Kabel hängen, nicht. Wird es als Eigenanlage an die Hausinstallation angeschlossen, ist es nach § 19 Abs. 3 NAV vorher dem Netzbetreiber mitzuteilen.
Fazit
Für Notstrom im Haus, Camping und alles mit Elektronik ist ein Inverter-Stromerzeuger der 2- bis 3-kW-Klasse die bessere Wahl: leiser, leichter und im Teillastbetrieb schonender für den Motor. Ein klassisches Aggregat mit AVR lohnt sich für Baustelle und Werkstatt, wenn robuste Motorlasten stundenlang laufen und der Preis pro Watt zählt. Vor dem Kauf gehört die Anlaufleistung der Motoren in die Rechnung. Wer das Hausnetz versorgen will, plant den Umschalter vorher mit dem Elektrofachbetrieb.
Quellen
- DGUV / BG BAU · DGUV Information 203-032, Abschnitt 5 Betrieb · Abruf 10/2026
- DGUV / BG BAU · DGUV Information 203-032, Anhang 6 Auswahl unter Berücksichtigung der Belastung · Abruf 10/2026
- DGUV / BG BAU · DGUV Information 203-032, Abschnitt 3 Allgemeine Anforderungen · Abruf 10/2026
- Bundesministerium der Justiz · Niederspannungsanschlussverordnung § 19 · Abruf 10/2026
- Bundesministerium der Justiz · Niederspannungsanschlussverordnung § 13 · Abruf 10/2026
- Bundesministerium der Justiz · 32. BImSchV § 7 Betrieb in Wohngebieten · Abruf 10/2026
- Bundesministerium der Justiz · 32. BImSchV Anhang · Abruf 10/2026
- Bundesnetzagentur · Versorgungsunterbrechungen Strom in 2024 gegenüber Vorjahr gesunken (09.10.2025) · Abruf 10/2026
- BBK · Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen · Abruf 10/2026
- Honda Deutschland · Inverter-Stromerzeuger EU22i · Abruf 10/2026
- Honda Deutschland · Profi-Rahmen-Stromerzeuger EG3600 · Abruf 10/2026
- Honda Deutschland · Stromerzeuger: Hilfe bei der Auswahl · Abruf 10/2026
- Güde · Inverter-Stromerzeuger ISG 3200-2 · Abruf 10/2026
- Güde · Stromerzeuger GSE 3701 RS · Abruf 10/2026


