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Kap. 3Garten & Forst

Rasenmäher springt nicht an? Ursachen der Reihe nach prüfen

Leerer Tank, abgestandenes Benzin, verrußte Zündkerze, verklebter Vergaser: Wenn ein Benzinrasenmäher streikt, steckt fast immer eine von wenigen Ursachen dahinter. Mit Symptomtabelle, Prüfreihenfolge und den Herstellerwerten für Zündkerze und Kraftstoff.

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Roter Benzinrasenmäher frontal auf dem Rasen, der Motor mit Kühlrippen, Zündkabel und Luftfilterdeckel ist deutlich verschmutzt
Foto: Alexas_Fotos / Pixabay, Pixabay-Inhaltslizenz

Das Wichtigste

  1. Springt ein Benzinrasenmäher nicht an, ist oft Benzin schuld, das länger als 30 Tage im Tank stand.
  2. Danach folgen Zündkerze, Luftfilter und Vergaser, in genau dieser Reihenfolge.
  3. Viele Briggs-&-Stratton-Motoren brauchen 0,76 mm Elektrodenabstand, verstopfte Vergaserdüsen reinigt die Fachwerkstatt oder ein geübter Schrauber.

Wenn der Rasenmäher nicht anspringt, liegt es häufig am Kraftstoff: Briggs & Stratton nennt neben dem schlicht leeren Tank altes Benzin aus der letzten Saison als typische Ursache für Startprobleme. Laut Bedienungsanleitung kann Kraftstoff schon nach mehr als 30 Tagen Lagerung schlecht werden. Danach kommen Zündkerze, Luftfilter und Vergaser an die Reihe. Für die ersten Prüfschritte reichen Kerzennuss, Drahtlehre und ein Lappen.

Honda Motor Europe beschreibt in seiner Prüfanleitung für Vergaser denselben Grundsatz: Ein Motor braucht Kraftstoff, Zündung und Kompression. Bevor jemand den Vergaser zerlegt, werden Zündanlage und Kompression geprüft.

Vor jeder Arbeit am Mäher gilt: Motor aus, abkühlen lassen, Zündkabel von der Zündkerze abziehen. So steht es in der Briggs-&-Stratton-Bedienungsanleitung für die Motoren der Baureihe 100000, die in vielen Rasenmähern stecken. Benzin und seine Dämpfe sind hochentzündlich. Startspray aus der Druckdose untersagt Briggs & Stratton in anderen Motoranleitungen ausdrücklich, weil sich die Dämpfe entzünden können. Der Motor läuft nur im Freien, nie in Garage oder Schuppen, auch nicht bei offenem Tor: Die Abgase enthalten Kohlenmonoxid, das nach Herstellerangabe einen Menschen „in Minuten töten“ kann.

Welches Symptom deutet auf welche Ursache?

Wie sich der Mäher beim Startversuch verhält, grenzt die Suche schon ein. Die folgende Tabelle fasst die Angaben aus den Anleitungen von Briggs & Stratton und Honda zusammen.

SymptomWahrscheinliche UrsacheErste Prüfung
Seil lässt sich kaum ziehenMotorstoppbügel nicht gezogen, Messer im Gras blockiertBügel an den Griff drücken, Mäher auf harten Boden stellen
Motor zeigt keine ReaktionTank leer, Zündkabel lose, Zündkerze defektTank, Kerzenstecker, Zündkerze
Motor läuft kurz an und geht ausZündung in Ordnung, Kraftstoffzufuhr gestörtBenzinalter, Kraftstofffilter, Vergaserdüse
Startet nur schwer, Kerze nassMotor abgesoffen oder falsch gekipptChoke öffnen, Kerze trocknen
Startet schlecht bei KälteChoke nicht genutzt, zu zähes ÖlChoke, Ölsorte unter 4 °C
Startet nach dem Winter nichtAlter Kraftstoff, verharzter VergaserTank leeren, frisch tanken, Vergaser prüfen

Schritt 1: Bedienung und Tank prüfen

Klingt banal, ist aber laut Briggs & Stratton einer der häufigsten Gründe: Der Tank ist leer. Gleich danach kommt die Bedienung. Bei den meisten Mähern muss der Motorstoppbügel ganz an den Griff gedrückt sein, bevor man am Seil zieht. Sonst hält die Schwungradbremse den Motor fest, und das Seil fühlt sich an wie blockiert.

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Ein anderer Grund für ein schwergängiges Seil: Das Messer steht im hohen Gras oder das Gehäuse ist mit Schnittgut verstopft. Briggs & Stratton rät, den Mäher dann auf eine feste Fläche zu schieben, den Zündkerzenstecker abzuziehen und die Unterseite zu säubern.

Am Motor selbst unterscheidet Briggs & Stratton mehrere Startsysteme. ReadyStart-Motoren von Briggs & Stratton haben einen automatischen Choke und keinen Pumpbalg (Primer). Motoren mit Chokehebel brauchen beim Kaltstart den geschlossenen Choke, beim warmen Motor meist nicht. Ist ein Kraftstoffhahn vorhanden, muss er offen stehen. Am Seil zieht man langsam, bis Widerstand spürbar ist, dann kräftig. So schlägt das Seil nicht zurück; ein zurückschnellendes Seil kann nach Herstellerangabe Knochenbrüche und Prellungen an Hand und Arm verursachen.

Schritt 2: Benzin prüfen

Nach dem Winter ist altes Benzin ein typischer Grund. In der Bedienungsanleitung schreibt Briggs & Stratton, dass Kraftstoff nach mehr als 30 Tagen Lagerung schlecht werden kann. Dabei bilden sich Rückstände in der Kraftstoffanlage und an Vergaserteilen. Riecht das Benzin muffig oder ist es dunkel geworden, kommt es aus dem Tank. Das alte Benzin in einen zugelassenen Kanister füllen, frischen Kraftstoff tanken.

E10 ist bei den meisten Mähern kein Problem. Briggs & Stratton lässt für alle seine Motoren Benzin mit bis zu 10 Prozent Ethanol zu, E15 und E85 dagegen nicht. STIHL bestätigt die Eignung für seine Geräte mit Motoren von Briggs & Stratton, Kawasaki und Kohler, weist aber auf eine Eigenheit hin: Ethanol bindet Feuchtigkeit aus der Luft, dieses Gemisch setzt sich am Kanisterboden ab und kann zu Laufproblemen führen. Nach STIHL ist entmischter Kraftstoff auch nach kräftigem Schütteln nicht mehr einwandfrei. Gummischläuche und Dichtungen verschleißen mit E10 außerdem schneller, der außen liegende Kraftstoffschlauch sollte deshalb öfter kontrolliert werden.

Briggs & Stratton empfiehlt, nur so viel Benzin zu kaufen, wie in 30 Tagen verbraucht wird. Für längere Pausen gibt es zwei Wege: Kraftstoffstabilisator in den Tank geben und den Motor 2 Minuten laufen lassen, damit der Zusatz bis in den Vergaser gelangt. Oder den Tank leeren und den Motor laufen lassen, bis er von selbst ausgeht.

Schritt 3: Zündkerze prüfen und einstellen

Die Zündkerze ist das günstigste Ersatzteil am Mäher und schnell geprüft. Briggs & Stratton empfiehlt eine Kontrolle einmal pro Saison, alle 25 Betriebsstunden und immer dann, wenn der Motor nicht anspringt. So wird geprüft:

  1. Zündkabel abziehen, Umgebung der Kerze säubern, damit kein Schmutz in den Brennraum fällt.
  2. Kerze mit passender Kerzennuss herausdrehen.
  3. Leichte Ablagerungen mit Drahtbürste oder Kerzenreiniger entfernen. Hochdruckreiniger und Schleifmittel sind laut Hersteller tabu.
  4. Kerze mit Rissen im Keramikisolator, abgebrannten Elektroden oder hartnäckigen Ablagerungen ersetzen.
  5. Elektrodenabstand mit einer Drahtlehre messen und bei Bedarf nachstellen.
  6. Kerze von Hand eindrehen und mit dem vorgeschriebenen Drehmoment anziehen, Kabel aufstecken.

Für den Motor der Baureihe 100000 nennt Briggs & Stratton 0,76 mm (0,030 Zoll) Elektrodenabstand und 20 Nm Anzugsmoment. Die meisten Kerzen in der Briggs-&-Stratton-Tabelle für Seitenventil- und OHV-Motoren haben ebenfalls 0,76 mm, einige Quantum-Motoren nur 0,51 mm (0,020 Zoll). Andere Hersteller nennen andere Werte. Husqvarna verweist für seine Mäher auf die jeweilige Bedienungsanleitung oder die Kerzenverpackung. Mit der Zeit brennen die Elektroden ab, der Abstand wächst, und der Funke springt schlechter über. Das bedeutet schwereres Starten.

0,76 mm Mittelelektrode Masseelektrode Isolator Gewinde
Der Elektrodenabstand wird zwischen Mittel- und Masseelektrode gemessen; 0,76 mm gilt für viele Briggs-&-Stratton-Motoren. Grafik: Redaktion

Ob überhaupt ein Funke kommt, zeigt ein Zündkerzenprüfer, den es im Fachhandel gibt. Die Briggs-&-Stratton-Anleitung verbietet, den Funken bei herausgedrehter Kerze zu prüfen. Wer die Kerze in der Hand an den Motorblock hält und am Seil zieht, riskiert einen Stromschlag und im Zweifel einen Brand durch Benzindämpfe. Einen einfachen Hinweis gibt der Hersteller ebenfalls: Läuft der Motor nach dem Kerzenwechsel kurz an und stirbt wieder ab, ist die Zündung in Ordnung. Dann liegt der Fehler beim Kraftstoff, am Vergaser oder an den Ventilen. Bleibt er ganz still, ist die Zündanlage verdächtig.

Nur die vom Hersteller vorgesehene Kerze verwenden. Mehrere Typen passen ins Gewinde, aber Briggs & Stratton warnt, dass eine falsche Kerze zu Leistungsproblemen und Motorschäden führen kann. Die Bedienungsanleitung sieht ohnehin einen jährlichen Kerzenwechsel vor.

Schritt 4: Luftfilter, Ölstand, Kipprichtung

Ein zugesetzter Luftfilter lässt zu wenig Luft in den Motor. Briggs & Stratton nennt ihn als mögliche Ursache für Startprobleme und schreibt in der Anleitung: reinigen alle 25 Stunden oder einmal im Jahr, tauschen jährlich. Bei Staub häufiger. Ohne Filter darf der Motor nicht laufen.

Ein Fehler, den viele erst im Nachhinein bemerken: Der Mäher wurde zum Reinigen auf die falsche Seite gekippt. Nach der Bedienungsanleitung muss beim Kippen der Tank leer sein und die Zündkerzenseite nach oben zeigen. Sonst läuft Öl oder Benzin in den Luftfilter und auf die Zündkerze, und der Motor springt danach schlecht an. Ist das passiert, Luftfilter prüfen und gegebenenfalls ersetzen, Kerze ausbauen und reinigen.

Abgesoffen ist ein Motor, wenn zu viel Kraftstoff im Brennraum steht, etwa nach vielen Startversuchen mit geschlossenem Choke. Die Anleitung sagt dazu: Choke auf offen, Gashebel auf schnell und dann starten, bis der Motor anspringt. Eine nasse, nach Benzin riechende Kerze bestätigt den Verdacht.

Den Ölstand vor jedem Einsatz messen. Laut Anleitung führt SAE-30-Öl unter 4 °C zu Startschwierigkeiten, für kühle Tage ist ein Mehrbereichsöl wie 10W-30 oder 5W-30 vorgesehen. Und ein neuer Motor wird ohne Öl ausgeliefert. Wer ihn so startet, beschädigt ihn nach Herstellerangabe irreparabel.

Schritt 5: Vergaser reinigen

Springt der Motor mit frischem Benzin, guter Kerze und sauberem Filter immer noch nicht an, ist meist der Vergaser verharzt. Die Honda-Prüfanleitung für die Motoren GCV135, GCV160 und GCV190 ordnet die Symptome „Motor startet nicht“, „startet schlecht“ und „startet, geht aber sofort wieder aus“ verstopften Düsen und Bohrungen zu, darunter Hauptdüse, Mischrohr, Hauptluftdüse und die Leerlaufbohrungen. Wasser und Schmutz in der Schwimmerkammer lassen den Motor ebenfalls ausgehen.

Die Reinigung nach der Honda-Anleitung:

  • Schwimmerkammer abnehmen, Rückstände und Wasser entfernen.
  • Hauptdüse mit einer Vergasernadel von 0,5 mm Durchmesser reinigen, die Bohrungen durchblasen.
  • Nadelventil und Ventilsitz auf Verschleiß und Schmutz prüfen.
  • Vor einer Lagerung von mehr als 3 Monaten Kraftstoff aus der Schwimmerkammer ablassen.

Manchmal reicht es, laut Briggs & Stratton seitlich an den Vergaser zu klopfen, damit der Kraftstoff wieder fließt. Hilft das nicht, kann ein neuer Kraftstofffilter nötig sein. An Gemischschrauben, Reglerfeder oder Gestänge sollte niemand drehen. Briggs & Stratton untersagt Einstellungen am Vergaser und an der Drehzahl; das gehört in die Vertragswerkstatt. Für die Reinigung gilt: nur mit leerem Tank arbeiten, im Freien, und ausgelaufenes Benzin aufnehmen, bevor der Motor wieder gestartet wird.

Wann muss der Mäher in die Werkstatt?

Bleibt der Motor nach den fünf Schritten stumm, liegt der Fehler tiefer. In Frage kommen dann Zündspule, Kompression oder Ventile. Briggs & Stratton rät, sich nach mehreren erfolglosen Startversuchen an einen Fachhändler zu wenden. Springt der Mäher direkt nach einem harten Schlag des Messers gegen Stein oder Wurzel nicht mehr an, gehört er ebenfalls zum Fachbetrieb, statt dass weiter am Seil gezogen wird.

Checkliste: Rasenmäher springt nicht an

  1. Motorstoppbügel ganz an den Griff gezogen, Kraftstoffhahn offen?
  2. Benzin im Tank und jünger als 30 Tage?
  3. Choke beim Kaltstart geschlossen, beim warmen Motor offen?
  4. Zündkabel fest auf der Kerze?
  5. Zündkerze sauber, unbeschädigt, Abstand nach Anleitung?
  6. Luftfilter sauber und trocken?
  7. Ölstand richtig?
  8. Mäher zuletzt richtig herum gekippt?
  9. Kraftstoff kommt am Vergaser an?

Häufige Fragen

Warum springt der Rasenmäher nicht an, obwohl die Zündkerze trocken ist?

Eine trockene Kerze nach mehreren Startversuchen heißt: Es kommt kein Benzin in den Brennraum. Dann den Tank, den Kraftstofffilter und den Vergaser prüfen. Verharztes Benzin aus dem Vorjahr kann die Hauptdüse so verstopfen, dass kein Kraftstoff mehr durchkommt.

Welche Symptome zeigt eine defekte Zündkerze?

Briggs & Stratton nennt schweres Anspringen, wiederholtes Ziehen am Seil, höheren Kraftstoffverbrauch und Ablagerungen am Zylinderkopf. Je verschlissener die Elektroden, desto mehr Spannung braucht der Funke.

Darf ein Benzinrasenmäher auf die Seite gelegt werden?

Ja, mit leerem Tank und mit der Zündkerzenseite nach oben. Andersherum können Öl oder Benzin in den Luftfilter und auf die Zündkerze gelangen.

Fazit

Ein Rasenmäher, der nicht anspringt, hat häufig ein Kraftstoffproblem. Deshalb zuerst frisches Benzin tanken, dann die Zündkerze prüfen und erst danach den Vergaser öffnen. Vor der Winterpause den Tank leer fahren oder Stabilisator zugeben; das erspart im Frühjahr die meisten Startprobleme. Wer nach diesen Schritten keinen Funken oder keine Kompression hat, bringt den Mäher in die Fachwerkstatt.

Quellen

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